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Rückblick

1997 bis 31. August 2016 leitete die „Kämpferin für eine rauchfreie Gesellschaft” im Deutschen Krebszentrum (DKFZ) die Stabstelle Krebsprävention, die seit 2002 zugleich Kollaborationszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist.

Durch den in dieser Zeit durchgedrückten gesetzlichen Nichtraucherschutz wurde eine „monströse Erziehungsdiktatur eingeleitet„.

Presse als Helfershelfer

Druck gegenüber Gesellschaft und Politik baut das DKFZ mit entsprechend vernetzten, imposanten Nichtregierungsorganisationen (NGO) über die Presse auf.

Presse als willfährige Helfer:

  • Fertig gelieferte Meldungen beeindruckender NGO sparen Arbeit und Zeit in den Redaktionen.
  • Durch Werbeverbote in Druckerzeugnissen und in Diensten der Informationsgesellschaft (Internet) brauchen Befindlichkeiten der Tabak- und der noch jungen Dampfbranche nicht zu interessieren.
  • Böses Tabakrauchen und gefährlicher Konsum der E-Zigarette wurden zu Reizworten aufgebaut, um die Userzahlen zu steigern.

Taktik und Kalkül

Seit 2011 bekämpfte Martina Pötschke-Langer massiv die Verbreitung der mobilen Liquidverdampfer. Obwohl es sich um den Konsum eines Genussmittels handelt, war namentlich sie ständig in Meldungen zu diesem Produkt als „Expertin” präsent.

Jede noch so kleine oder unbedeutende Meldung bekam auf diese Weise einen größeren Umfang und mehr Gewicht.

Minimale Störung der Symbiose

Nur ein Mal hat Frau Pötschke-Langer den Bogen bei ihren Helfershelfern, den Medien, überspannt.

Damals, als sie Opfer ihres eigenen Nocebos wurde und im Wissen, dass in einem Raum gedampft worden war, Atemwegsreizungen und ein Benommenheitsgefühl verspürt haben wollte. Was sie, tief beeindruckt, prompt der Presse heldenhaft als „Selbstversuch” auftischte.

Sie musste nach entsprechenden Reaktionen zurückrudern und wusste die Angelegenheit geschickt als „Anekdote” herunterzuspielen.

Informationen aus der Konservendose?

Trotz wachsender Studienlage, blieben ihre Argumente zudem all die Jahre hindurch die selben und sorgten bei den Konsumenten für entsprechende Verärgerung.

Aber wurde die „Expertin” tatsächlich jedes Mal vor Veröffentlichung eines Artikels um Stellungnahme gefragt? – Oder bedienten sich die Autoren einfach diverser als Textbausteine abgespeicherter Zitate?

Für Fotos ist es ja offensichtlich von jeher normal, sich eines Archivs zu bedienen.

Da der jeweilige Artikel der Grundintention des DKFZ nutzt, ist kein Ärger mit den Personen oder Organisationen zu befürchten.

Archivnutzung auch für andere Sendeformate

Konsumenten tabakloser E-Zigaretten ist nicht entgangen, dass für so manche TV-Sendung auch Szenen zusammen gesetzt sind, die sie aus anderen Zusammenhängen bereits kennen.

Die Welt GmbH bietet durch Integrierung der N24 seit 2014 auf ihrer Plattform mehrere kurze Videos zu mobilen Liquidverdampfern (E-Zigarette). Sie sind zwar kostenfrei anzusehen, aber erst nach einer Werbung, die teilweise wenig kürzer ausfällt, als der eigentliche redaktionelle Beitrag ist.

Meldungen lassen sich nicht nur durch Archivmaterial aufblasen. Man kann damit auch manipulieren.

93 Sekunden – Beispiel einer Desinformation

Das jüngste Video zum Thema passend, befasst sich mit einer Produktinnovation der Tabakbranche, die kürzlich auf dem deutschen Markt eingeführt wurde, und deren Aufsehen seitens der Presse stark forciert wird. Gemeint ist ein mobiler Tabakverdampfer.

Der Titel des Videos lautet: „Shishas und E-Zigarette – aber eben doch nur Qualm

Das Video dauert 93 Sekunden. Gezeigt werden Szenen mit Shishas und mit besagtem Tabakerhitzer. Gezielt wird mit der Erwähnung des Reizbegriffs „E-Zigarette” eine falsche Erwartung erzeugt.

Der Sprecher erweckt den Eindruck, man habe das DKFZ bereits um Stellungnahme zum „iQOS” mit vorbefülltem „Marlboro Heat Stick” befragt.

Aber woher nimmt das DKFZ fundierte wissenschaftliche Studien, die eine Aussagen zur geringeren Schädlichkeit dieses Tabakprodukts gegenüber der gewöhnlichen Tabakzigarette zulassen?

Abschließend leitet der Sprecher über: “Das Krebsforschungsinstitut warnt grundsätzlich vor allen Formen des Rauchens.” (1:16 Minuten)

Dann sagt Pötschke-Langer: “das ist nicht nur der Krebs, der hier entscheidend ist, sondern zum Beispiel auch Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall”.

Worüber hat sie wirklich geredet? Wurde da nicht am Anfang etwas weg geschnitten? Sie könnte auch über Alkohol oder sonst etwas gesprochen haben.

Vermutlich hat sie sich über tabaklose E-Zigaretten geäußert, aber die waren nicht Thema dieses Videos, sondern ein Tabakprodukt.

Überführung der Manipulation

Das Tabakprodukt kam erst zum Jahresende 2016 auf den deutschen Markt.

Das Video der Welt GmbH erschien am 15.01.17 – Da war Dr. Martina Pötschke-Langer bereits seit viereinhalb Monaten im Ruhestand.

Solche Fehlinformationen in der Presse durch eingeflochtene alte Zitate sind in den vergangenen Monaten immer wieder zu beobachten gewesen. Beispiel: Die Fluppe danach, SVZ 21.1.17. Wie kann es dazu kommen?

Keine Macht den Geistern!

Unsereins zieht häufig Wikipedia für eine Erstrecherche heran. Tatsächlich gibt es dort inzwischen einen Artikel zu MartinaPötschke-Langer. Doch dieser Artikel wurde erst am 7.11.16 angelegt. – Und ihm fehlt trotzdem der Hinweis darauf, dass Pötschke-Langer die genannte Position bis 31.08.16 innehatte.

  • Die Dampferszene und die Branche födern nicht nur durch gedankenloses, empörtes Teilen übler Artikel deren Ranking in Suchmaschinen;
  • Sie müssen sich auch vorwerfen lassen, seit Monaten einem Geist Macht eingeräumt zu haben, ihr Genussmittel schlecht zu reden.

Wer erinnert sich nicht daran, wie die Agitatorin auf ihrer 13. Konferenz eine präsentierte Studie des ZIS Hamburg als unbrauchbar abqualifizierte, die Teilnehmer als Bezahlkommandos betitelte und dies anschließend eiskalt bestritt?

Besonders ärgerlich also, dass die Dampferszene und die -branche diesem Geist nochmal erlaubt haben, sich beschimpfen zu lassen, wie in der – ansonsten so ausgezeichneten – Sendung Zündfunkt.

Als die Zündfunk-Redaktion die vermeintliche “Mitarbeiterin beim DKFZ” für die Sendung “Die Zukunft des Rauchens Heat Not Burn” am 11.11.16 anfragt, taktiert Frau Namenlos einfach, anstatt klar zu stellen, dass sie inzwischen im Ruhestand ist und daher nicht als Vertreterin der Tabakkontrolle bzw. des DKFZ auftreten kann.

Leider durchschaut die Redaktion ihr Spiel nicht und lässt statt dessen ihre Absage vorlesen:

Die Schlammschlachten der bestens organisierten eZigaretten-Lobby gegen alle Kritiker der e-Zigarette im Allgemeinen und gegen meine Person im Speziellen, lässt mich zurückhaltend sein in der gleichen Sendung mit diesen aggresiven Menschen interviewt zu werden.

Ich habe derart viele assoziale Beschimpfungen und justitiable Beleidigungen erlebt – inclusive offensichtlicher Bot-Kampagnen, dass ich mich momentan schützen will.

Letzthin erhielt ich sogar über einen indischen Telefonanschluß eine Hass-SMS aus dieser Szene.
Diese Leute nutzen alle Kanäle, um persönliche Angriffe vorzunehmen.

Bitte verzichten Sie daher auf ein Interview mit mir, zum jetzigen Zeitpunkt.*)

Dr. med. Pötschke-Langer und die Pharmaindustrie

Zu ergänzen oder zu aktualisieren wären somit eine Reihe weiterer Wikipedia-Texte. Darunter beispielsweise auch der zur Schlußpunktmethode. Sie wurde von Frau Dr. med. Pötschke-Langer präferiert und kann gerne erweitert werden mit teuren nikotinhalten Präsentationsmedikamenten wie beispielsweise von Novartis.

Der Firma Novartis war die Annedore Klinksiek Public Relations GmbH Frankfurt behilflich und hat den “Wissenschaftlichen Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT)”, sowie das “Info-Büro Tabak-Entwöhnung” aufgebaut.

Dass Martina Pötschke-Langer seit 2000 im WAT Mitglied ist, lässt sich nachlesen in ihrer Kurzbiographie als Mitglied der Arzneimittelkommision in der Bundesärztekammer.

Weder der entlarvente Artikel in der Süddeutschen Zeitung noch die empörte Forderung nach Aufklärung konnten dem friedlichen Abgang Pötschke-Langers etwas anhaben. Warum also etwas ändern? Im März steht die 18. Frühjahrstagung des WAT an. Im Program stehen u.a. Pötschke-Langer und ihre Nachfolgerin Ute Mons.

Schlußpunkt und Fazit

Für die Gesellschaft wäre besser, Frau Pötschke-Langer würde ihren Ruhestand als solchen wahrnehmen und endlich zur sprichwörtlichen Ruhe und zum Nachdenken kommen.

Seit 20. September 2013 wartet noch ein offener Brief an Frau Dr. Martina Pötschke-Langer von Prof. Dr. med. Romano Grieshaber auf ihre Antwort.

*) Abgetippt aus dem Rundfunkbeitrag BR2, Zündfunk,Die Zukunft des RauchensHeat Not Burn“ Ein Beitrag von: Johannes Berthoud, 11.11.2016